No Milk Today – vegan soulfood

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Ich muss ganz ehrlich sagen, als wir bei »strictly roots«, dem veganen Restaurant in Harlem, NY, den unsere Zimmervermieterin Stepahanie uns empfohlen hat, ankamen, hatte ich mir das Ganze doch vorher ein wenig anders ausgemalt. Anders ist »Strictly Roots« auch. Aber eben nochmal anders. Anders wie Harlem. Multikulti aber bodenständig wie Harlem. Hatte ich bei Stephanies Beschreibung der karibianischen veganen Küche eher ein hippes New Yorker Restaurant in bunten Farben mit einigen Palmen erwartet, gab es hier abgesehen des auch eher spartanisch anmutenden Wandbildes »We serve nothing that crawls, swims, walks or flies« eigentlich rein gar nichts dekoratives. Imbißstühle, Imbißtische, eine Theke… Reggaemusik und drei Rastafari-Typen dahinter. Klar, das ganze ist ein Imbiß! Ein Rastafari-Imbiß eben. Denn die sind bekanntlich ja auch Veganer! Weiterlesen

The making of „Kochen ohne Knochen“ 2

Jaja, weiter geht’s in der KoK-Versuchsküche. Immer noch Herbst und immer noch Kürbis.
Schon mal Ketchup aus Kürbis gegessen? Noch nie? Na dann wird’s höchste Zeit. Here we go:

Ketchup aus Kürbis
• 400 g Kürbisfleisch vom Hokkaido, geputzt und Gekröse rausoperiert
• 1 große Zwiebel
• 2 Knoblauchzehen
• 300 g Tomaten
• 1 kleiner Finger Ingwer
• 50 g Zucker
• 1 TL Salz
• 1/2 TL Chilipulver
• 1 TL Curry, gerne indisch
• 60 ml Obstessig
• 60 ml Wasser

Selber Ketchup machen ist denkbar einfach:
1. Schraubdeckelgläser im Altglas suchen. Spülen und für ein paar Minuten in kochendes Wasser legen. Mit einem Kochlöffelstil aus dem Wasser fischen und auf den Kopf gestellt auf einem Geschirrtuch abtropfen lassen.
2. Zwiebel, Knoblauch und Ingwer schälen und würfeln. Tomaten vierteln und den grünen Bürzel rausschneiden. Achja, den Kürbis auch würfeln.
3. Dann alles zusammen mit Gewürzen und Flüssigkeit in einen Topf kippen, gut umrühren und volle Pulle Gas geben. Wenn es brodelt, die Temperatur wieder zurückschalten und bei geschlossenem Deckel 45 min schmurgeln lassen. Klug ist es, während der Kochzeit ein Fenster zu öffnen, denn der Essig macht schon ziemlich Nasenkrebs …
4. Nach Ende der Kochzeit die Pampe mit einem Zauberstab pürieren oder in den Mixer kippen. Probieren und evtl. noch etwas Gewürze nachschießen, wenn euch danach ist.
5. Noch heiß mit einem Löffel in die vorbereiteten Gläser füllen, Deckel drauf, auf den Kopf stellen und abkühlen lassen. Wenn ihr sauber gearbeitet habt, sollte das Zeug gut sechs Monate haltbar sein.

• Ich würde den Kürbisketchup jetzt nicht unbedingt zu Pommes essen, aber zu angebratenem Tofu oder Gemüse passt der hervorragend!

Kuerbisketchup

The making of „Kochen ohne Knochen“ 1

Tja, während sich Linda in New York vergnügt, verbringe ich meine freie Zeit am heimischen Herd. Große Dinge werfen ihre Schatten voraus und das bringt unsere Küche so ziemlich an den Rand ihrer Kapazität.
Es wird auf Teufel komm raus getestet, geflucht, der Kopf zerbrochen aber sich auch gefreut, wenn etwas so richtig gut geworden ist.
Die erste Niederlage, die wir einstecken mussten, war eine Mousse, die wir für das Themenspecial „Herbstzeit = Kürbiszeit“ ausprobiert haben. Oh mann, wie soll das auch gehen – aus einer Tafel weisser Schokolade, gehackten Kürbiskernen und ein paar Tropfen Sahne eine fluffige, schaumartige Masse hinzukriegen? Als ich dieses Häufchen Elend in der Schüssel sah, war klar, dass Wiederbelebungsversuche nahezu sinnlos sind, aber mir geht das total gegen den Strich, Lebensmittel wegzuwerfen. Also eben noch schnell einen Becher Sahne geschlagen und untergehoben. Naja, was soll ich sagen? Essbar war es, allerdings klebrig süß und die gehackten Kürbiskerne hatten sich komplett auf dem Boden der Schüssel zusammengerottet. Super! Dieses Erlebnis gab mir dann doch sehr zu denken, was sich wohl so alles an Chemie in einem Fertigprodukt aus dem Supermarkt tummelt, damit genau sowas nicht passiert.
Ich werde mich jetzt also wieder auf die Suche nach einem leckeren Dessert mit Kürbis machen … Wer eins hat, bitte sofort her damit!!!

Katzen

Essen wie Gott in Amerika

Das Land der vielen Möglichkeiten – zumindestens was das Essen angeht, zumindestens New York. Man nehme eine nette Mitbewohnerin für die nächsten 10 Tage (gibts bei airbnb.com), die einen ohne zu Fragen auf die himmlichen Möglichkeiten des fleischosen Daseins im näheren Umkreis hinweisst. Der Organic Footstore um die Ecke ist nicht nur süß, das Angebot ist der Hammer. Ich kann mich vor veganen und glutenfree Frühstücksangeboten, Riegeln und Gebäck gar nicht entscheiden. Am nächsten Morgen gibts zum Frühstück von der Vermieterin noch sämtliche Speisekarten der umliegenden vegetraischen Restaurants – von asiatisch bis karibisch, Harlem ist eben vielfältig.
Einige Stunden später studiere ich das Kochbuchangebot im Bookstore… leider kann ich nicht tausend Bücher mitschleppen, soviel Handgepäck erlauben die im Flugzeug nie! Aber zwei sind schon drin, inklusive einem glutenfreien veganen Kochbuch!
Als wir dann auch noch vollbepackt aus dem nettesten Plattenladen kommen, sticht uns genau gegenüber ein Vegetarier ins Auge. Also hin da! Der Laden ist klein und sehr hübsch, die Bedienung nett und sehr aufmerksam, das Angebot vielfältig. Hier gibt es vom kleinen Sandwisch, Mittagstisch, dem volwertigem Dinner, Kuchen und Dessert, alles! Und das beste: EIne Speisekarte, die glutenfreie, wie auch zuckerfreie (oder mit Agavendicksaft gesüßte Speisen) gleich kennzeichnet! So sollte es überall sein! Als sich die Tortilia mit gerührtem Tofu, Sour Cream und Guakamole mit veganem Käse überbacken zu Kokos-Kartoffel-Wedges als Gedicht herausstellen (von dem Tempeh-Bacon meiner Reisebegleitung gar nicht zu reden…) ist der Tag nicht nur essenstechnisch mehr als gelungen. Und das gibt es hier:

At The Organic Grill
123 First Avenue (St. Marks Place), NY

www.theorganicgrill.com
IMGP2735

Eine komplette Liste aller veganer Restaurants in New York gibt es übrigens hier

Vorfreude kosten

Die Koffer sind gepackt, morgen geht es los! 10 Tage New York! … und 10 Tage Abenteuer Essen… Nachdem ich eine fünfwöchige Diät (Zucker-, Weizen- und Hefeextraktfrei) hinter mir habe, geht es nun auch noch testhalber glutenfrei weiter. Die letzte Grilleinladung habe ich mit den Deko-Tomaten verbracht. Umso gespannter bin ich, welche fleischlosen Möglichkeiten sich da in New York so auftun! Und da man Vorfreude bekanntlich auskosten soll, gibt es ein letztes Essen nur für mich, vegan und gluten- wie auch zuckerfrei – mit Sonic Youth beim Kochen!

Die Frage ist, was der Kühlschrank überhaupt noch hergibt?
Dieses Rezept habe ich auf einem veganen blog entdeckt (übrigens einer, bei dem ich vom durchstöbern echt Hunger bekomme!) und hab es für meine Zwecke leicht modifiziert. Hier das Original.
Und hier nun die Version ohne Gluten, ohne Knoblauch mit Rücksicht auf meine morgige Reisebegleitung und mit dem, was die Essensversorgung sonntags hergab:
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Das jüngste Gericht

Ihr kennt das bestimmt auch: Der Tag war stressig, ihr seid endlich zuhause aber völlig entnervt und dann auch noch hungrig! Schlechte Voraussetzungen also für einen schönen Abend … Für solche Hardcore-Tage habe ich ein Rezept und das geht so:

Spätsommerpasta
Für 2 Hunger braucht ihr:
• 250 g rote Spaghetti
• 1 Zucchini
• 1 Möhre
• 1/2 Paprika
• 1/2 Bund Frühlingszwiebeln
• 1-2 EL schwarze Oliven
• Olivenöl
• etwas Gemüsebrühe
• Salz
• Pfeffer
• Italienische Gewürzmischung, am liebsten „Bella Donna“
• frische Kräuter wie Petersilie, Basilikum, Korianer, Minze …
• Parmesan, wer möchte

1. Pastawasser aufsetzen.
2. In der Zwischenzeit einen Julienne-Schneider in der Besteckschublade suchen, Gemüse waschen und mit diesem fiesen Massakrierwerkzeug schöne lange Streifen von Zucchini und Möhren abschälen. Wer so einen Schneider nicht hat, ist echt ne arme Sau, denn der darf jetzt die Streifen per Hand schneiden und das kann dauern …
3. Paprika waschen, putzen und auch in sehr dünne Streifen schneiden. Frühlingszwiebeln auch waschen und putzen und schräg in längere Stücke schneiden. Zum Schluss noch die Oliven klein schneiden.
4. Wenn ihr gutes Timing hattet, fängt genau jetzt das Wasser an zu kochen. Ne gute Portion Salz rein und ab damit.
5. Jetzt zügig eine große Pfanne aus dem Schrank holen, Olivenöl erhitzen und das Gemüse etwas anbraten. Nach einer kleinen Weile etwas Gemüsebrühe dazuschütten, aber bitte nicht das Gemüse darin ersäufen sondern nur die Füße dezent darin baden. Deckel drauf, ab und an umrühren und in der Nase popeln.
6. Achja, da waren ja noch die Kräuter … die könnt ihr schon mal schön fein hacken und zur Seite stellen.
7. Nähert sich die kurze Garzeit dem Ende, gebt ihr die Oliven dazu, würzt mit Salz und Pfeffer und euren italienischen Lieblingskräutern (getrocknet) und wartet, bis das Gemüse fast fertig ist, aber trotzdem noch leicht Biss hat.
8. Pasta abgießen, auf Teller verteilen, Gemüse druff und und schön mit den Kräutern dekorieren. Wer mag, kann noch frisch geriebenen Parmesan drüberstreuen. Feeertig!

• italienisches Weißbrot dazu kommt nicht schlecht.

Spaetsommerpasta